Damit Passanten und Fahrgäste nicht zwischen Bus und Anhänger durchsteigen, wird ein Band dazwischen gespannt. Hier unvorbildlich von MVG-Chef Herbert König demonstriert. (c) SWM/MVG

Der neue Buszug für München

Es ist inzwischen Tradition in München, dass die neuen Busse der MVG an einem bekannten Ort stattfinden. Nach dem Marienplatz, dem Olympiastadion und dem Schloss Nymphenburg, war in diesem Jahr die Allianz Arena hoch im Norden Schauplatz der Bus-Präsentation. Nur hier gab es genug Platz für die besonderen Busse, die es heute zu bewundern gibt.In diesem Jahr werden zehn Buszüge (und ein elftes Zugfahrzeug) in Dienst gestellt. Die Busse, die jeweils aus einem angepasstem Solaris Urbino 12 als Zugfahrzeug und einem etwa 11 Meter langem Anhänger bestehen, sollen zukünftig bis zu 130 Passagiere auf einmal transportieren können. Das sind immerhin 30 mehr, wie in einen 15-Meter-Gelenkbus passen, aber dennoch eindeutig weniger, wie in eine moderne Straßenbahn (220 Plätze).

Passend war der Ort der Präsentation insofern, als dass die Buszüge auch vorwiegend im Münchner Norden anzutreffen sein werden. Mit der Linie 53 wird eine der meistfrequentierten Linien im Münchner Busnetz in Zukunft mit Buszügen verstärkt, die Linien 60, 140, 141 und 170 – auf denen auch die neuen Gespanne anzutreffen sein werden – zeichnen sich dagegen mit sehr starken Spitzen im Schüler- und Berufsverkehr aus. Vorteil der Buszüge ist, dass der Anhänger in Schwachlastzeiten, an Sonn- und Feiertagen und auch in den Ferien einfach im Depot bleibt und das Zugfahrzeug als Solobus weiterfährt. Der Anhänger kann so zu einer steigenden Wirtschaftlichkeit beitragen: es werden keine unnötigen Kapazitäten mitgeführt und das Zugfahrzeug kann durch die geringere Laufleistung eine erheblich längere Lebensdauer erreichen.

Während die elf Zugfahrzeuge vom polnischen Hersteller Solaris stammen – darunter auch der 2.000 Solaris-Bus, der an einen deutschen Verkehrsbetrieb geht – wurden die Anhänger in Deutschland bei der Firma Göppel hergestellt. Für Solaris war es dabei Neuland, sie hatten bisher noch keine Buszug-tauglichen Busse geliefert, sich aber dennoch auf die Ausschreibung der MVG beworben und zusammen mit Göppel diese Buszüge geliefert.

Wie sich die Buszüge im Regelverkehr in München bewähren, bleibt abzuwarten. Die MVG scheint darin wohl das Konzept der Zukunft zu sehen, anders ist die Ausschreibung weiterer 12 Buszüge nicht zu erklären, die bereits jetzt – weit vor der Inbetriebnahme der ersten Fahrzeuge – aufgegeben wurde.